Nikolausmorgen

Heute bin ich ein wenig wehmütig. Ich denke zwanzig Jahre zurück an die Zeit, als meine drei Kinder klein waren und schon seit Tagen darauf hin gefiebert hatten, ob der Nikolaus sie wohl auch dieses Jahr nicht vergessen hatte.
Hatte er natürlich nicht!
Gerade erinnere ich mich, wie viel Energie ich in diesen vielen Jahren darauf verwendet hatte, den Zauber der Weihnachtswunder für sie lebendig zu halten, damit sie möglichst lange daran glaubten.
In den Nikolaussäcken befanden sich dann natürlich auch nur Dinge, die nicht meine Handschrift trugen: die typischen dunkelroten Äpfel, gekaufte Lebkuchen und Spekulatius, ein bisschen Schokolade und Mandarinen, die – wie auch die Nüsse und Mandeln – noch größer und schöner waren, als die, die wir sonst im Haus hatten.
Um das alles zu besorgen, war ich extra in den Nachbarort gefahren.
Geschenke im üblichen Sinn gab es keine. Der Nikolaus bringt – das weiß man doch! – Äpfel, Nüss‘ und Mandelkern‘Höchstens ein Weihnachts-Büchlein von Ida Bohatta steckte mal in den Säcken drin, aber auch nur selten.
Meine Kinder waren überglücklich, dass der Nikolaus auch an sie gedacht hatte und sie freuten sich auch über die Nüsse und Mandarinen, die sie in ihren Stiefeln fanden oder die er irgendwo im Haus verloren hatte. Und über ihre selbstgebackenen Plätzchen, die er zur Stärkung – gemeinsam mit seinen himmlischen Helfern – verzehrt hatte.
Und manchmal konnte man auf dem Teller sogar ein wenig Goldstaub glitzern sehen, der wahrscheinlich von einem der Engelsflügel stammte …
Engelsflügel.JPG

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