Frau P. und ich

Rosamunde Pilcher feiert heute ihren 92. Geburtstag.
Sie gehört zu den Schriftstellerinnen, über die oft abfällig gesprochen wird, obwohl niemand ihre Werke gelesen haben will.
Das mag daran liegen, dass sie nur Trivialliteratur – also schöne Literatur – schreibt, was schon per se zur Abwertung führt, ja, führen muss!
Obwohl die Themen Liebe und Freundschaft eigentlich im Leben jedes Menschen wichtig sind, wenn nicht sogar existenziell.
Und obwohl (oder weil?) ihre Romane eher das Herz als den Verstand berühren, und den Leser mit einem guten Gefühl zurücklassen, gehört sie zu den Erfolgreichsten der Welt.

Da meine CARDINGTON-MANOR-Reihe im selben Genre angesiedelt ist, wird mir nun vermutlich niemand glauben, dass ich tatsächlich noch nichts von Frau P. gelesen habe. Es hat sich bis jetzt einfach nicht ergeben.
Aber ich habe einige ihrer Verfilmungen gesehen. Meistens dann, wenn mir der Tatort am Sonntagabend nicht zugesagt hat. 🙂

Frau P. und ich haben trotzdem irgendwie eine seltsame Verbindung miteinander, bzw. ich zu ihr:
Der Arbeitstitel von Lady Cardington und ihr Gärtner hieß ursprünglich: Das Haus auf dem Hügel.
Genau so lange, bis eine Bekannte mich darauf aufmerksam machte, dass ein Kapitel in einem Roman von Frau P. so heißt.
Das schönste Gästezimmer auf Cardington Manor hieß ursprünglich der blaue Salon.
Bis genau jene Bekannte mich wieder darauf aufmerksam machte, dass …
Jetzt ist es ganz in Rot gehalten und trägt den Namen das Boudoir.
Dieses Jahr änderte ich den Serientitel meiner Romanreihe von Lady Cardington und … in CARDINGTON MANOR …, und aus dem zweiten Band Lady Cardington und die Schlange im Paradies wurde CARDINGTON MANOR Schlangen im Paradies.
Was soll ich sagen … vor ein paar Wochen – wir waren gerade im Urlaub – zeigte mir mein Mann das Fernsehprogramm: Am Abend sollte ein Pilcher-Film gezeigt werden mit dem Titel Schlangen im Paradies

Ich werde jetzt doch endlich mal etwas von ihr lesen. Falls jemand seine Pilcher-Romane loswerden möchte …

Happy Birthday, Mrs Pilcher!

P.S.: Sie hatte ihren Durchbruch übrigens erst mit 63 Jahren! Das lässt mich hoffen … 🙂