5 Dinge, die ich als Autorin gerne vorher gewusst hätte

Die Autorin Catalina Cudd hat zu diesem Thema einen hinreissenden Blog-Eintrag verfasst. (Link siehe unten). Einige Kolleginnen haben die Idee bereits aufgegriffen und ihre „5 Dinge“ genannt. Nun bin ich gefragt worden und hier sind meine Antworten:

1. Ich hätte die ersten Jahre besser überspringen sollen.

Es ist erschreckend, wie wenig ich in den Anfangszeiten gewusst habe und wie blauäugig ich – im Nachhinein betrachtet – an die Dinge herangegangen bin.               Ich weiß nicht, wie oft ich im Geiste die Käufer meiner allerersten Veröffentlichung schon um Verzeihung gebeten habe. Dass sie mir trotzdem die Treue gehalten haben, ist schier unglaublich.

Genau aus diesem Grund floppt das 1. Buch meistens – zumindest in der Ur-Fassung.             Heute, mit neuem Design und überarbeitetem 1. Kapitel, erfreut sich mein „altes Mädchen“ (Band 1: „Lady Cardington und ihr Gärtner“) knapp 3 Jahre nach der Erstveröffentlichung größerer Beliebtheit als je zuvor.

2. Schon ziemlich bald hat sich in meinem Leben eine Veränderung bemerkbar gemacht, die ich damals hier in meinem Blog aufgeschrieben habe. Denn in meinem privaten Umfeld trennte sich … die Spreu vom Weizen

3. Es gibt wildfremde Menschen, die einem bewusst schaden wollen.

Wenn man auf manchen Plattformen zu viele positive Rezensionen (wie meine Kollegin Catalina Cudd kann auch ich das Wort „Rezi“ nicht ausstehen, so wie einige weitere Abkürzungen) bekommen hat, erhält man (fast schon automatisch) kommentarlos schlechte Bewertungen von Menschen, die sich nicht zu erkennen geben. Sie möchten wohl allzu großen Erfolg verhindern.

Bis heute kann ich das nicht nachvollziehen. Vielleicht weil ich kein neidischer Mensch bin? Ich gönne jedem Kollegen von Herzen seinen Erfolg, zeigt er doch die Machbarkeit unseres wunderbaren Berufs. Und: Kein Autor der Welt kann allein den Jahresbedarf eines Lesers decken!

4. Schriftstellerin zu sein ist kein Beruf mit Feierabend oder Urlaub.

Rein äußerlich natürlich schon, aber: Im normalen Leben registriert und notiert man sich stets Merkwürdiges (im wahrsten Sinne). Auch geht man ständig gedanklich in Szenen hinein und fühlt, ob sie auch stimmig sind. Dauernd gibt es irgendwo etwas zu verbessern. Man wird fast süchtig nach perfekten Formulierungen.

Nach der Veröffentlichung ist alles besser? Von wegen! Als Indie-Autor hätte man ja auch danach noch die Möglichkeit, weiter an den Dateien herumzufeilen. Und wenn man zufrieden ist, gilt: Nach der Veröffentlichung ist vor der Veröffentlichung. Dann geht das Ganze wieder von vorne los. Für künftige Projekte hat man ja ohnehin längst ein „paar Eisen im Feuer“, die bereits in der Gegenwart geschmiedet werden wollen. „Du bist noch nicht dran!“, höre ich mich manchmal innerlich rufen.

5. Man muss sich noch mehr disziplinieren.

Besonders Menschen mit sitzenden Berufen sollten mehr Sport treiben. Ist ja bekannt. Leider sabotiert einen der innere Schweinehund besonders effektiv, wenn man gedanklich weggetreten über einem Manuskript sitzt und eigentlich gar nicht da ist. Die meiste Zeit hört man es nicht schreien, das schlechte Gewissen. Also zumindest nicht laut. Und wenn man es dann hört, weil vielleicht gerade jemand am Gartenzaun vorbeijoggt, muss man doch noch ganz schnell die Szene zu Ende schreiben (weil einem die ultimative Formulierung gerade eingefallen ist und sonst womöglich für immer verloren geht). Oder einkaufen. Oder kochen. Oder man ist zu müde. Fängt es nicht gerade an zu regnen? Morgen ist ja auch noch ein Tag …

Also es gibt Momente, da wäre ich gerne sportsüchtig.

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Catalina Cudd:  5 Dinge, die man als Autorin gerne vorher gewusst hätte

Elke Aybar   Mella Dumont

7 Gedanken zu “5 Dinge, die ich als Autorin gerne vorher gewusst hätte

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  3. Hallo Sybille,

    nach meiner Meinung muß man – wenn man eine Rezension verfasst – auch dazu stehen, nicht anonym, sondern mit seiner Person, mit seinem Namen. Ansonsten kann man das Rezensieren auch sein lassen!

    Liebe Grüße,
    Annegret

    • Liebe Annegret,
      das wäre natürlich ideal! Mir würde es schon genügen, wenn nur die Leute rezensieren würden, die das Buch auch gelesen haben …
      Es gibt auch Plattformen (wie z.B. Lovelybooks), wo man Sterne auch „einfach so“ vergeben kann. Ohne Namen und kommentarlos!

      Herzlichst
      Sybille

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