Irrsinn!

Neulich waren wir in einem Restaurant. Ich fror entsetzlich und bestellte mir grünen Tee. Kurz darauf wurde mir eine Tasse mit heißem Wasser serviert, daneben lag ein kostbar aussehender Teebeutel der Firma EILLES, dessen Form mich ein wenig an den Hut Napoleons erinnerte. Sogleich führte ich ihn seiner Bestimmung zu und wartete.

Als ich ihn nach 2 Minuten herausholte und in gewohnter Manier mit Hilfe seines Fädchens und meines Teelöffels ausdrücken wollte, rutschte mir dieser jedes Mal wieder aus der Verschnürung und landete mit einem kleinen Platscher in der Teetasse. Das war mir noch nie passiert!
Nach dem 4. Versuch gab ich schließlich auf, zog das verflixte Ding raus und legte es tropfnass neben meiner Tasse ab, unter der sich bei der Aktion sowieso schon ein „Fußbad“ gebildet hatte. Auch schon egal! Ich trank meinen Tee.

Nach einer Weile fiel mein Blick wieder auf den widerspenstigen Teebeutel, der im leicht getrockneten Zustand einen merkwürdigen Schimmer aufwies, wie ich ihn bei all seinen Leidensgenossen noch nie bemerkt hatte. Ich fasste ihn an und spürte, dass das Ding aus Kunststoff war.

Man stelle sich vor: Ein Teebeutel, der für 2 Minuten (!) in der Tasse hängt, (und das nicht nur in meiner, sondern gleichzeitig überall in Deutschland, Europa oder auf der ganzen Welt) besteht aus einem höchst stabilen, festverschlossenen Nylonsäckchen, das so natürlich auch nicht mehr recycelt werden kann!

Vielleicht bin ich ja nur hysterisch. Wobei ich sonst durchaus verständnisvoll bin. Z.B. bei diesen schimmernden, hübschen Beutelchen aus Taft oder Nylon. Sie dienen als Geschenkverpackung, machen wenig Arbeit und Papiermüll, werden weitergereicht und 1000 Mal wiederverwendet. Die sind schier nicht kaputtzukriegen, wobei das Material weit weniger fest ist, als das meines Teebeutels …

Geht’s noch?!
gruener tee