Das ist mir jetzt direkt ein bisschen unangenehm …

… aber mein Roman „Lady Cardington und ihr Gärtner“ hat Wilhelm Buschs „Max und Moritz“ auf den 2. Platz des Gesamt-Rankings aller kostenlosen eBooks verwiesen!

http://www.amazon.de/gp/bestsellers/digital-text/ref=zg_bs_fvp_p_f_digital-text?ie=UTF8&tf=1

Ich bin darüber beinahe untröstlich, hochverehrter Wilhelm Busch! ❤

Natürlich weiß ich, dass Rankings nur eine Momentaufnahme darstellen, besonders wenn das eigene Buch dann wieder auf "kostenpflichtig" umgestellt wird. Aber dieser Tag wird für mich immer einen gewissen historischen Charakter behalten: Der Tag, an dem ich Wilhelm Busch überholt habe.

Wer sich das eBook noch nicht heruntergeladen hat:
Nutzt diese einmalige Gelegenheit, meinen Roman kostenlos zu erhalten, und sagte es gerne Euren lesenden Freunden und Familienmitgliedern weiter!

http://www.amazon.de/Lady-Cardington-Gärtner-Sybille-Kolar-ebook/dp/B00L841Q1O/ref=zg_bs_digital-text_f_1

Morgen Früh ab ca. 9 Uhr ist's vorbei!
Herzlichst,
Eure Sybille

Max-und-Moritz

Vom mündigen Leser ODER Warum ich als Autorin nichts gegen Amazon habe

Lange hatte ich mir überlegt, ob ich zum Thema „Skrupelloses Amazon – Arme Verlags- und Buchhandelsbranche“ auch etwas schreiben möchte, nachdem ich dazu bereits ausgesprochen gute Artikel gelesen hatte. (Die Links dazu findet Ihr im Anhang.)

Aber da mich dieses Thema immer wieder aufs Neue berührt bzw. aufregt, muss ich jetzt doch meinen Senf dazugeben – aus meiner ganz persönlichen Perspektive.

Ich möchte dazu kurz meinen Werdegang als hoffnungsvolle „Jung“-Autorin schildern, die – auf der Suche nach einem Verlag – das Internet durchstöbert und daraufhin zehn Hinweisen zur Manuskript-Einsendung Folge geleistet hat.

Die Absagen kamen im Zeitraum von 6 Wochen bis 9 Monaten. Allesamt mit der Begründung, so ein Roman wie der meine würde sich nicht verkaufen, obwohl ich bei der Verlagsauswahl explizit darauf geachtet hatte, dass meine Geschichte ins jeweilige Programm passen würde.

Ja, was macht eine Autorin heutzutage, die ihr Buch veröffentlichen möchte, aber nicht mit der Tugend der Geduld gesegnet ist?

Richtig, sie wird zum Self-Publisher, bzw. zur Indie-Autorin (Indie = independent).

Und siehe da, obwohl ich nur in meinem allernächsten Umfeld geworben hatte, verkaufte sich mein Roman in kürzester Zeit bereits an die 200 Mal.

Leser teilen die Auffassung der Verlage offenbar nicht und haben da ihre ganz eigenen Vorstellungen, was sie als lesenswert erachten.

Bei meiner ersten Lesung lernte ich dann eine erfolgreiche Verlagsautorin kennen, von der ich das Geheimnis erfahren wollte, wie sie es zu einem Verlagsvertrag gebracht hatte. Ihre Antwort war ernüchternd:

Ohne Literaturagenten hätte ich keine Chance, je von einem seriösen und renommierten Verlag genommen zu werden. Meine bisherige Vorgehensweise würde außerdem niemals von Erfolg gekrönt sein, da es in der Branche üblich sei, dass unverlangt eingesandte Manuskripte UNGELESEN von Verlagspraktikanten in den Papierkorb befördert werden. Es sei denn, man hat bereits einen berühmten Namen und/oder war im englischsprachigen Ausland mit der Übersetzung des eingereichten Manuskripts erfolgreich.

Und DAS, nachdem ich monatelang auf Antworten aus den Lektoraten gewartet hatte! Ich war erschüttert und bin fast vom Glauben abgefallen!

Warum schreiben Verlage nicht auf ihre Websites, worauf sie wirklich Wert legen, sondern geben noch detaillierte Anweisungen, was man bei Manuskripteinsendungen beachten soll?!

Nicht nur, dass Verlage sich anmaßen, durch ihre Vorauswahl zu bestimmen, was der Leser lesen soll und was nicht – als Autorin und Mensch fühle ich mich durch deren Vorgehensweise alles andere als gewertschätzt.

Und genau dieser Instanz sollen Leser und Autoren nun Wertschätzung entgegenbringen? Das ist für mich der blanke Hohn.

Ja, und seitdem kenne und liebe ich Amazon. Ich kann dort zu besten Konditionen veröffentlichen, meinen Lesern meine Werke zu günstigen Preisen anbieten und kurzfristige Gratis- oder Sonderpreisaktionen schalten. Amazon macht Werbung für meine Bücher und die sehr freundlichen Mitarbeiter sind fast rund um die Uhr für mich da, wenn ich ein Problem habe oder etwas wissen möchte. Man kann gegen Amazon sagen, was man will, aber ich werde dort als MENSCH behandelt.

Von meinem Buchhändler vor Ort, bei dem ich in meiner Jugend schon mindestens einen halben Meter Hermann Hesse-Bücher erstanden hatte, wurde ich vor einiger Zeit darauf angesprochen, ob ich nicht eine Lesung halten wollte. Und zwar in der örtlichen Gemeindebibliothek, in der sonst nur literarische Prominenz auftritt. Ich fühlte mich wie nach einem Ritterschlag! Es störte diesen freundlichen Menschen kein bisschen, dass ich „nur“ Indie-Autorin war. Er bestellte meinen Roman gerne und regelmäßig und platzierte ihn stets in Nähe des Ladentischs.

Dann ging mein altvertrauter Gönner in Rente. Sein Nachfolger, ein junger Mann, gab mir neulich – auf die Lesung angesprochen – durch die Blume zu verstehen, dass man mir als hiesiger Autorin ja gerne eine Bühne bieten würde – aber bitte erst dann, wenn ich berühmt bin.

Na dann! Ich arbeite dran! 😉

Herzlichst, Sybille

Links zum Thema Amazon vs Verlage, eBooks, Veränderungen in der Branche etc.:

http://www.carla-berling.de/das-boese-boese-amazon-warum-ich-es-nicht-mehr-hoeren-kann/

http://thomasbrasch.wordpress.com/2014/08/21/deutschlands-autoren-im-wolkenkuckucksheim/

http://thomasbrasch.wordpress.com/2014/08/13/na-heute-schon-amazon-gebasht/

http://paradisolasday.blogspot.de/2014/08/amazon-und-der-buchhandel.html

Wer noch weitere Beiträge dazu hat, bitte senden! Ich füge sie gerne noch ein!

Leserin v. Adela Elibol

Das vorliegende Gemälde stammt von der bekannten Münchener Malerin Adela Elibol. http://www.adela-elibol.de