Schreiben als meditativer Schöpfungsakt 

ODER  „Wie bist Du überhaupt zum Schreiben gekommen?“

Schon fast mein ganzes Leben lang wusste ich, dass ich eines Tages schreiben würde. Diese Überzeugung war stets verknüpft mit der romantischen Vorstellung, dies in einem abgelegenen Haus zu tun, das sich wiederum in einer atemberaubenden Naturkulisse befindet.

Aber ich hatte keine Idee für ein Buch.

Meine Freude an bildhafter Sprache und die Lust, treffend zu formulieren, konnte ich zwar in einigen Situationen meines Lebens, wie z.B. Briefen, Rezensionen, Gedichten einigermaßen ausleben. Aber das war nicht das, was ich mir vorgestellt hatte. Und außerdem hatte ich noch immer keine Idee, keinen Plot. Nichts.

Eines Nachts kam mir die Erleuchtung: „Du brauchst keine Idee! Alles, was Du brauchst, hast Du bereits. Es ist in Deinem Inneren. Du musst da nur drankommen.“

Aha. Meinen nächtlichen, flash-artigen Eingebungen kann ich in der Regel vertrauen, aber wie sollte ich DAS nur umsetzen?

Diejenigen unter Euch, die meditieren, werden jetzt genau verstehen, was ich hier beschreibe:

In einem meditativen Zustand fand ich heraus, dass sich in meinem Inneren eine Art Bühne oder Kinoleinwand befindet. Dort wurde eine Geschichte gezeigt und alles, was ich dabei zu tun hatte, war, mich davorzusetzen und die Geschichte aufzuschreiben. Das habe ich getan und niemand war überraschter als ich selbst, dass dabei ein Roman herauskam, der in England spielt, mit einem Anfang, einem Ende und einem Spannungsbogen dazwischen.

Ich weiß, das klingt „strange“, ich verlange Eurem Verständnis gerade viel ab, aber so war es. Wenn ich bei meinen Lesungen gefragt werde, woher ich denn meine Ideen nehme, antworte ich wahrheitsgemäß:

„Die Geschichte war bereits da. Ich habe sie nur aufgeschrieben.“

Einer musste es ja tun! 😀

Habt einen herrlichen Tag!

Sybille

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Foto: Wolfgang Resmer  / pixelio.de

3 Gedanken zu “Schreiben als meditativer Schöpfungsakt 

  1. Hat dies auf buchundmoor rebloggt und kommentierte:
    Heute Nacht kam mir die Idee, Sybille nach ihren Erfahrungen zu befragen, da ich den Autorenratgeber von #Ruprecht Frieling zuende gelesen hatte und Sybille zu den Autoren gehört, mit der mich ebenfalls die Liebe zu bestimmen Büchern verbindet! 🙂 Promt hat Sybille ihre Ausführung dazu unter den link des Buches plaziert! Das nenn ich jetzt mal zauberhaft! ❤

  2. Pingback: Sybille Kolar im Interview - Eine Tolle Frau, die ich bald persönlich kennenlerne

  3. Pingback: Autorenvorstellung Sybille Kolar – Kati's Leseecke

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