Die Begegnung der dritten Art, Vol.2

ODER

Wie kommst Du eigentlich immer auf Deine Romanfiguren?

Kürzlich hatten wir eine Verabredung, die unter gesellschaftliche Verpflichtung lief, ein unumgängliches Abendessen mit einem anderen Ehepaar in einem Restaurant.
Die Dame wurde zu meiner Rechten platziert und entwickelte sich für mich schon nach kurzer Zeit zu einem echten Phänomen:
Nicht nur, dass sie völlig geist- und humorlos war (Ironie verstand sie nicht einmal, wenn diese mit dem Holzhammer daherkam!), sie verbrämte sämtliche ihrer inhaltsleeren und überflüssigen Sätze mit schrillem Gelächter, womöglich um ihnen Esprit und Tiefe zu verleihen.

Nach etwa der 50. Lachsalve schmerzte mein rechtes Ohr gereizt und meine Stimmung hatte ihren Tiefpunkt erreicht. Die Blicke meines Mannes in meine Richtung hatten im Laufe dieses Abends von liebevoll aufmunternd über verzweifelt mitfühlend zu besorgt gewechselt. Er fürchtete wohl, dass mir gleich ein durchaus freundlich formulierter, aber dennoch tödlicher Treffer der Marke Versenkt! entweichen könnte.

Plötzlich veränderte sich meine Wahrnehmung. Das war der Moment, in dem ich beschloss, meine Tischnachbarin genauestens zu studieren, um sie als Charakter in meinem nächsten Roman zu besetzen.

Und nun sitze ich hier und versuche, sie unterzubringen, aber was soll ich sagen?! Es funktioniert nicht. Mag sich für manch Einen dieser Eintrag schon überzeichnet anhören, in meinem Roman wirkt die Dame geradezu unrealistisch, als gäbe es sie gar nicht.

Das glaubt mir kein Mensch! ☺

 

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