Veränderungen

Veränderungen gleichen einer Geburt.
Sie kündigen sich in Wellen an wie Wehen.
Und sie bringen Schmerzen, Ängste und Trauer mit sich.
Mal mehr, mal weniger.

Schmerzen durch das Aufbrechen alter Strukturen.
Ängste, weil man noch nicht weiß, wie sich das Neue anfühlen wird.
Und Trauer, weil etwas Altbekanntes, Vertrautes unwiederbringlich vorbei ist.

Ist das Neue erst geboren und wird vertraute Lebensphase,
heilt die schmerzende Wunde,
verlieren sich Angst und Kummer.

Diesen Text habe ich vor kurzem in meinem Notizbuch  entdeckt.
Er passt ganz wundervoll in meine momentane Lebenssituation.
Genießt jede Phase Eures Lebens!

Herzlichst,
Sybille

Bild

Was für einen DAY haben wir heute?

Nein, ich meine nicht, welchen Wochentag wir haben. Ich weiß, dass heute Donnerstag ist! Ich meine, welcher DAY heute ist!

Was ich in letzter Zeit so mitbekomme, ist doch fast jeder (oder JEDER?) Tag ein DAY von irgendeiner Gruppe, irgendeiner Sache oder irgendeiner Tätigkeit. Und ich frage mich: Wer denkt sich das aus? Bzw., wer legt das fest? Und wo?

Es muss auf jeden Fall eine markante Stelle sein, denn innerhalb kürzester Zeit hört man von allen Seiten, aus Radio, Zeitung, Twitter, Facebook, dass heute ein bestimmter DAY sei. So etwas weiß MAN doch!

Alle außer mir.

Aber woher wissen die das? Gibt es etwa einen DAY-Kalender, den nur ich noch nicht kenne? Sind diese willkürlichen Gedenktage mal wieder brillante Werbeschachzüge, wie der von der Floristik-Branche eingeführte Valentinstag?

Teilen sich die verschiedenen Branchen das Jahr etwa auf? Falls das stimmt, dann wäre heute die Pharmaindustrie am Zug, hörte ich doch vorhin im Auto, heute wäre „Viagra-DAY“.

Und was soll das Ganze dann? Was tut man an so einem DAY? Sich daran erinnern, dass es ein bestimmtes Produkt gibt?  „Stimmt! Ich habe ein Fahrrad vor der Tür!“ Oder eine Jeans im Schrank. Oder, oder …

Wie muss man sich z.B. den „Tag des Kusses“ vorstellen? Ist der dafür gedacht, dass Paare sich daran erinnern: „Stimmt! Wir könnten uns mal wieder küssen!“ Oder sollen an diesem Tag  Alleinstehende daran erinnert werden, dass sie niemanden zum Küssen haben?

Ich finde, jeder sollte für sich selbst bestimmen, was an jedem Tag besonders wichtig für ihn ist!

P.S.: Mir persönlich können diese „Achtsamkeit-für einen-Tag-DAYS“ gestohlen bleiben. So sehr, dass ich vor vielen Jahren bereits den Muttertag abgeschafft habe, weil ich lieber ganzjährig die Wertschätzung meiner Kinder genieße.

Bild

 

Die Begegnung der dritten Art, Vol.2

ODER

Wie kommst Du eigentlich immer auf Deine Romanfiguren?

Kürzlich hatten wir eine Verabredung, die unter gesellschaftliche Verpflichtung lief, ein unumgängliches Abendessen mit einem anderen Ehepaar in einem Restaurant.
Die Dame wurde zu meiner Rechten platziert und entwickelte sich für mich schon nach kurzer Zeit zu einem echten Phänomen:
Nicht nur, dass sie völlig geist- und humorlos war (Ironie verstand sie nicht einmal, wenn diese mit dem Holzhammer daherkam!), sie verbrämte sämtliche ihrer inhaltsleeren und überflüssigen Sätze mit schrillem Gelächter, womöglich um ihnen Esprit und Tiefe zu verleihen.

Nach etwa der 50. Lachsalve schmerzte mein rechtes Ohr gereizt und meine Stimmung hatte ihren Tiefpunkt erreicht. Die Blicke meines Mannes in meine Richtung hatten im Laufe dieses Abends von liebevoll aufmunternd über verzweifelt mitfühlend zu besorgt gewechselt. Er fürchtete wohl, dass mir gleich ein durchaus freundlich formulierter, aber dennoch tödlicher Treffer der Marke Versenkt! entweichen könnte.

Plötzlich veränderte sich meine Wahrnehmung. Das war der Moment, in dem ich beschloss, meine Tischnachbarin genauestens zu studieren, um sie als Charakter in meinem nächsten Roman zu besetzen.

Und nun sitze ich hier und versuche, sie unterzubringen, aber was soll ich sagen?! Es funktioniert nicht. Mag sich für manch Einen dieser Eintrag schon überzeichnet anhören, in meinem Roman wirkt die Dame geradezu unrealistisch, als gäbe es sie gar nicht.

Das glaubt mir kein Mensch! ☺

 

Das Ende einer Symbiose

Wer erwachsene Kinder hat, die noch zuhause wohnen, weiß, wovon ich hier spreche:
Wie oft denkt man sich in Konfliktsituationen:
„Du wirst Dich noch wundern, wenn Du erst einmal Deinen eigenen Haushalt führst …“
Es tröstet doch ungemein, dass man trotz Gemecker eines schönen Tages rehabilitiert sein wird. Das große Kind muss halt noch viel lernen und das wird es irgendwann auch.

Wer aber glaubt, dass nur die Kinder nach ihrem Auszug aus dem Elternhaus etwas zu lernen haben, der irrt.
Ich mache gerade mehr und mehr eine Erfahrung, die einem Phantomschmerz gleicht. Konnte ich doch früher bei technischen Problemen mit Computer oder Handy einfach schnell mal in die obere Etage gehen und eines meiner Kinder, meistens meinen Sohn, fragen und bekam sofortige, bereitwillige Hilfestellung.

Mir war nicht klar, dass wir in einer Symbiose gelebt haben und dass die Kinder sehr wohl auch ihren Anteil daran hatten. Vielleicht weil sie mich an ihren Spezialgebieten, die sie sich so nebenbei angeeignet hatten, mit der ihnen eigenen Leichtigkeit haben teilhaben lassen.

Natürlich könnte ich sie auch heute noch um alles bitten oder fragen, aber das geht mir irgendwie gegen den Strich.
So wie mir meine Kinder heute berichten, wie sie ganz autark und selbstverständlich ihren Haushalt führen, so wachse ich Schritt für Schritt in die Dinge hinein, die mir nicht wirklich liegen. Und was soll ich sagen?! Es geht! Wusste ich vor anderthalb Jahren noch nicht, was ein Blog ist, bin ich heute dabei mich zu vernetzen.

Ich danke Euch, meine Kinder! ❤